Startseite

Anmeldung

Über soziale NetzwerkeOder einfach so:
Neues Passwort anfordern
Noch nicht Mitglied?

Netzwerk

UN-Dekade

Irak: Krieg ist kein Kinderspiel

“Krieg ist kein Kinderspiel“ - das ist das Motto der aktuell in allen Teilen des Irak stattfindenden Woche für Gewaltfreiheit. Sie wird finanziell unterstützt von der katalanischen Organisation NOVA, der Stadt Barcelona und der norwegischen Stiftung Karibu. In Deutschland haben sich der BSV und pax christi mit einer Presseerklärung am 10. Dezember 2011 solidarisch mit den Aktivitäten ihrer irakischen PartnerInnen erklärt.

Das Netzwerk für Gewaltfreiheit LaOnf ist in den ersten Tagen der Aktionswoche in Kindergärten und Schulen gegangen, etwa im kurdischen Erbil, Sulimanya, Halabja und Ninive, in der Provinz Al Anbar im Westen, in Bagdad, Salahaddin, Dewanya und Ramadi in Zentralirak, Wasit und Maysan im Osten, Najaf, Misan,Basra und Diquar im Süden.

Dabei zeigten sie unter anderem auch einen kurzen Film „The Soldier Kid“, der von den möglichen psychologischen Auswirkungen des Umgangs mit Kriegsspielzeug handelt.

Spielzeug wurde in Kindergärten und Schulen verteilt und Information über die Schädlichkeit von Kriegsspielzeug in Form von Poster und Broschüren angeboten. In einigen Städten wurden Plastikwaffen öffentlich zerstört.

Doch die Kinder waren nicht nur Zielgruppe der Aktivitäten, sondern wurden auch selbst aktiv. So gab es in Erbil Theateraufführungen, Karaoke und Gesangsdarbietungen der Heranwachsenden.

In Najaf wurde auch explizit auf die Kinderrechte hingewiesen und dass diese durch die häufiger anzutreffende Kinderarmut oder Kinderarbeit missachtet würden.

In einigen Städten wurden Provinz- oder Kreisverwaltungen besucht und auf die Aktionswoche und ihre Inhalte aufmerksam gemacht, z.B. in Salahaddin oder in Dewanya.

In Dequar wurde gezielt das Bildungsressort besucht, um mit den Zuständigen über die Kampagne und über Gewaltfreiheit als Thema der Erziehung zu sprechen. In Bagdad gingen AktivistInnen in das Erziehungsministerium, insbesondere das Direktorat für kulturelle Beziehungen, und sprachen dort mit MitarbeiterInnen.

Es gibt auch die ersten politischen Reaktionen: Der Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung des Repräsentantenhauses in Verbindung mit dem Handelsministerium habt beschlossen, den Import von Kriegsspielzeug ab dem 1. Januar 2012 verbieten zu wollen. Die Importe kommen fast ausschließlich aus China.

So wird das Ausschussmitglied Askaner Watut mit den Worten zitiert:

“Der Sicherheitsausschuss und das Handelsministerium haben Restriktionen beim Import von Spielzeug beschlossen, die die Form von Waffen haben, da diese zu gewalttätigen Handlungen führen und den Umgang mit Waffen in der Gesellschaft fördern können.“

Gefahr gehe auch von Feuerwerkskörpern aus sowie von toxischen Stoffen, die viele Spielzeuge enthalten. Nach Angaben des irakischen Gesundheitsministeriums sind im Jahre 2009 300 Kinder nach dem Hantieren mit Feuerwerkskörpern erblindet.

Daher würden alle Spiele, bevor sie im Irak verwendet werden, vom Handelsministerium auf Gift hin untersucht.

Die Woche wurde am 17.12. mit einer Abschluss-Pressekonferenz beendet.