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UN-Dekade

Agrarland

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Akteure

Regierungen
Bevölkerung
Konzerne

Beginn

1570

Der Großteil der hungernden Weltbevölkerung (ca. 80 %) lebt auf dem Land - also dort wo Nahrung produziert wird– viele allerdings ohne eigenes Land. Stattdessen kontrollieren wenige Großgrundbesitzer, Konzerne oder Regierungen den Landbesitz. Dies ist zum einen Folge der Kolonialisierung oder geschah durch spätere Landenteignungen aufgrund kommerzieller Interessen.

Die Frage, wem die Nutzung des Landes, wem das Eigentum und der Besitz am Land, welches von Indigenen oder Kleinbauern bewohnt und genutzt wird, zusteht, sind Fragen mit existenzieller Bedeutung für die Betroffenen. Für die Landbevölkerung ist die einzige Möglichkeit, sich zu ernähren, der Zugang zu Land. In Ländern wie Indien, Lateinamerika oder Afrika lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft und versorgt darüber hinaus auch die lokale Bevölkerung mit Lebensmitteln.

Unklare oder nicht vorhandene Landrechte sind eine wesentliche Ursache von Armut, Konflikten und vor allem von chronischem Hunger. Menschen werden vertrieben und verlieren ihre Ernährungsgrundlage. Landflucht und Slumbildung in den Städten nehmen zu.

Um die Nahrungsmittelproduktion für die wachsende Bevölkerung im eigenen Land zu sichern, kaufen oder pachten Staaten, Firmen und Investmentfonds immer mehr große Flächen fruchtbares Agrarland in Ländern des Südens. "Transnationaler Handel mit Ackerland" nennt sich das Phänomen, oder etwas pointierter "Land Grabbing" (Land an sich reißen). In den letzten Jahren sind zwischen 15 und 20 Millionen Hektar Ackerland in ärmeren Ländern von ausländischen Investoren aufgekauft oder an diese verpachtet worden. Angebaute Energiepflanzen und Grundnahrungsmittel kommen dabei aber nicht der lokalen Bevölkerung zu Gute, sonder sollen für den Export angebaut werden.

Das dies ein erhebliches Konfliktpotenzial birgt, zeigte sich 2009 in Madagaskar. Britische, indische und südkoreanische Firmen versuchen, im großen Stil Land auf Madagaskar aufzukaufen. 2009 führte ein Pacht-Abkommen mit dem südkoreanischen Konzern Daewoo Logistics, das dem Unternehmen fruchtbares Ackerland Land in der Größe Belgiens (1,3 Millionen Hektar) zum Anbau von Reis, Mais und Ölpalmen verpachtete, zu blutigen Protesten der Bevölkerung und letztendlich zum Sturz der Regierung unter Präsident Marc Ravalomanana.

Bis heute, hat das britische Unternehmen Gem BioFuels 13.300 Hektar auf Madagaskar mit der Energiepflanze Jatropha, bepflanzt, um Biodiesel herzustellen. Das indische Unternehmen Varun Agriculture Sarl will in der Region Sofia auf Madagaskar mehr als 230.000 Hektar für 50 bis 99 Jahre pachten, um Reis, Mais, Weizen und Gemüse vorwiegend für den Export anzubauen.

 

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Zivile Konfliktbearbeitung

Organisationen wie die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schlagen einen Verhaltenskodex vor, der die lokalen Regierungen verpflichtet, sich bei Verhandlungen zu Landkäufen an bestimmte Standards zu halten. Gleichzeitig sind Investitionen in den Agrarsektor möglich, die ohne den Kauf von Land und mit Beteiligung der Bevölkerung eine Möglichkeit bieten, Konflikte zu umgehen. Mosambik hat jüngst ein Moratorium für neue Landkonzessionen an ausländische Investoren erlassen.