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UN-Dekade

Falklandkonflikt - jetzt geht's um Erdöl

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Akteure

Argentinien, Großbritannien

Beginn

1982

Die Falklandinseln sind eine kleine Inselgruppe vor der kalten Südküste Argentiniens, auf denen es weit mehr Schafe (500.000) als Einwohner (knapp 3.000) gibt. Ihre Zugehörigkeit war bereits im 18. und 19. Jahrhundert zwischen Spanien, Argentinien und den USA umstritten. Im Jahre 1833 wurden sie von Großbritannien besetzt und Argentinien protestiert bis in die Gegenwart dagegen, dass die Inseln rechtlich gesehen bis heute britisches Gebiet geblieben sind. Die Einwohner der Falklands empfinden sich selbst traditionell als Briten und erhalten regelmäßig Versorgungshilfen und Gelder aus dem Vereinigten Königreich. Im Jahr 1982 besetzten argentinische Soldaten die Inseln, und beanspruchten sie als Islas Malvinas für ihr Heimatland. Die Vereinten Nationen (UN) erklärten die Eroberung für illegal und forderten den Rückzug Argentiniens. Großbritannien entsandte Kriegsschiffe und eroberte einige Monate später die Falklandinseln zurück, insgesamt starben etwa 900 Soldaten. Was war so wichtig an ein paar kaum bewohnten, eisigen Inseln nahe der Antarktis?

 

Zunächst muss man wissen, dass Argentinien von 1976 bis 1983 unter einer brutalen Militärdiktatur litt, welche geschätzte 30.000 politische Gegner ermordete oder verschwinden ließ und das Land auch wirtschaftlich ruinierte. Der Diktator Leonardo Galtieri brauchte dringend außenpolitische Erfolge, um von der katastrophalen innenpolitischen Lage Argentiniens abzulenken. Zunächst war eine Eroberung von Grenzgebieten des Nachbarlands Chile geplant gewesen. Dann aber sollte eine Invasion der Falklandinseln als Symbol für die nationale Einheit und Stärke dienen. Zudem spekulierte man, dass London die über 12.000 Kilometer entfernten Inseln nicht wichtig genug für einen Konflikt seien. Großbritannien wiederum befand sich selbst in einer Phase schwieriger sozialer und wirtschaftlicher Umbrüche, welche Premierministerin Margret Thatcher eingeleitet hatte. Die vom Volk stark kritisierte Regierung sah in der argentinischen Invasion der Falklandinseln ebenfalls eine Möglichkeit, ihrem Land etwas nationalen Zusammenhalt zurückzugeben und von den inneren Problemen abzulenken. Hinzu kam, dass Großbritanniens einst riesiges Kolonialreich nach 1947 fast vollständig zerfallen war, und die (erfolgreiche) Verteidigung der verbliebenen Überseegebiete für das Selbstbild des Landes als außenpolitische Großmacht enormes Gewicht hatte.

 

Der kurze Konflikt war recht bald in Vergessenheit geraten, bis im Jahre 2010 britische Firmen den Willen zur Förderung der vermuteten Erdölvorkommen vor den Falklandinseln verkündeten. Entscheidend ist dabei nach internationalem Recht, dass Staaten innerhalb von 200 Meilen um ihre Grenzen das volle Recht auf die Nutzung von Ressourcen besitzen – und die Falklandinseln sind rechtlich britisches Territorium. Obwohl also weder die genaue Lage noch die Größe der Ölvorräte an sich geklärt sind, ist die Situation zwischen beiden Staaten erneut angespannt. Argentinien rief die UN um eine Vermittlung an und sicherte sich in Lateinamerika Unterstützung für seine Ansprüche auf die Inseln: Londons Haltung wird als verspätete Macht- und Kolonialpolitik kritisiert. Großbritannien wiederum verweist darauf, dass Argentinien das Abkommen beider Länder zur gemeinsamen Förderung von Öl von 1995 selbst im Jahre 2007 gekündigt hatte.

 

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Zivile Konfliktbearbeitung

Erneutes Abkommen zur gemeinsamen Förderung

Obwohl Argentinien einen erneuten Krieg um die Inseln ausschließt, plant es doch, die britischen Ölbohrungen vor Ort gezielt zu erschweren. Eine Vermittlung beispielsweise durch die UN hinsichtlich eines erneuten gemeinsamen Abkommens zur Förderung wäre sicherlich eine erfolgversprechende Lösung und könnte zur Vorbeugung zukünftiger Konflikte beitragen. Auch die Frage der politischen Zugehörigkeit der Falklandinseln verlöre durch diese Regelung an Brisanz.

Die Ölvorräte befinden sich zudem zu großen Teilen in über 3000 Metern Tiefe und ihre Förderung ist technisch gesehen sehr anspruchsvoll. Es gilt also besonders, mit einer gemeinsamen Ölproduktion auch die Gefahr einer Belastung des empfindlichen subpolaren Ökosystems nahe der Antarktis durch politische Konfliktparteien von Beginn an möglichst gering zu halten.

Ölbohrungen in derartigen Tiefen könnten durch internationale Abkommen komplett verboten werden, zumindest bis es eine Technik gibt, die wenig Risiken in sich birgt. Eine Wiederholung von Katastrophen wie die Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon, bei der ca. 1 Millionen Tonnen Öl ins Meer geflossen sind, müssen in Zukunft verhindert werden. Das Öl würde im subpolaren Raum deutlich mehr Schaden anrichten. Die Länder, vor deren Küsten Öl gebohrt wird, müssen sehr strenge Gesetze erlassen, um die Ölkonzerne an hohe Sicherheitsstandards zu binden.