Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien
Akteure
Beginn
Blickt man heute auf eine Landkarte von Europa, so findet man zwischen Österreich und Griechenland viele kleine Länder: Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Mazedonien. Diese sechs Länder bildeten früher einmal das große Land Jugoslawien. Als Tito, der langjährige Präsident Jugoslawiens, 1980 starb, kam es zu immer mehr Unstimmigkeiten zwischen den kleinen Teilrepubliken. Die kleinen Teilrepubliken wollten eigenen Staaten werden, doch Serbien begann 1991, diese Bewegung mit Gewalt zu unterdrücken.
Um die Verbrecher zu verurteilen und wieder Frieden herzustellen, setzten die Vereinten Nationen 1993 einen Gerichtshof ein.
Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sollte Personen verurteilen, die sich nach den folgenden Tatbeständen schuldig gemacht hatten: Schwere Verletzungen der Genfer Konventionen, Verstöße gegen die Gesetze oder Gebräuche des Krieges, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Das Gericht hat bisher 161 Personen angeklagt. 51 Personen wurden verurteilt und vier Personen wurden freigesprochen. Die restlichen Verfahren sind noch nicht abgeschlossen, wurden bereits wieder eingestellt oder sind noch nicht eröffnet.

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Zivile Konfliktbearbeitung
Der Gerichtshof konnte zur Aufklärung des Krieges und zur Weiterentwicklung, Verbreitung und Festigung des Völkerstrafrechts beitragen. So wurden Straftatbestände festgeschrieben und konkretisiert. Die Rechtsprechung des Gerichtshofes wird auch von anderen nationalen wie internationalen Gerichten angewendet.
Obwohl in die Kriege in Jugoslawien auch die NATO, ein Militärbündnis europäischer und nordamerikanischer Länder, eingriff, wurden vom Gericht keine möglichen Verbrechen der NATO untersucht.
Außerdem arbeitet das Gericht in den Niederlanden, weit weg von Jugoslawien. So gibt es in der Bevölkerung des ehemaligen Jugoslawiens wenig Akzeptanz für den Gerichtshof. Erschwert wird das Verständnis auch durch die Gerichtssprache Englisch, denn in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens werden kaum andere Sprachen gesprochen.
Da die Kriege in Jugoslawien einige Jahre dauerten, ist das Gericht auch damit gescheitert, den Krieg schnell zu beenden und Frieden zu schaffen.
Dennoch stellt der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien einen Fortschritt für das Völkerrecht dar und war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Internationalen Strafgerichtshof, den es seit 1998 gibt.





