Schweinehund
Akteure
Beginn
Nach Schulschluss ist Lena auf dem Weg nach Hause. Ihre Freudinnen gehen noch ins Café, aber Lena will lieber schnell beim Filmmarkt vorbei. Heute kam das große Kinospektakel von kurz vor Weihnachten endlich als DVD in die Läden und sie hat sich extra ein Exemplar zurücklegen lassen.
Es ist jeden Tag der gleiche Drill: Nachdem sie in der Schule schon von acht Uhr morgens bis zwei oder drei Uhr nachmittags mündlich mitarbeitend, mitdenkend und im Ganzen motiviert anwesend sein musste, geht es nach Hause. Schnell einen Döner oder Falafel vom Eckimbiss und dann heim – wieder an den Schreibtisch. Dabei hat Lena doch auch anderes zu tun: Mit den Freundinnen ins Schwimmbad, zum Harry in den Pferdestall, oder einfach mal entspannen und Deutschland sucht den Superstar Wiederholungen oder einen guten Film angucken.
Aber nein, jeden Tag muss die Schule auch noch die wenigen freien Stunden am Nachmittag vereinnahmen: Heute hieß es in der Deutschstunde: “Bereitet das nächste Kapitel bis morgen vor,” nur damit der Deutschlehrer am nächsten Tag was nachzufragen hat. Warum ist Lena eigentlich dafür verantwortlich, dem Lehrer seine Unterrichtsgestaltung abzunehmen?
Andererseits: Das Buch ist schon spannend, das Wetter gerade schlecht genug, um drinnen zu bleiben und sich den Nachmittag mit einer Tasse Tee gemütlich aufs Sofa zu packen. So ein bisschen Lesen, ein paar Notizen nebenher – keine große Sache.
Aber: Ausgerechnet heute ist endlich der Film rausgekommen und bei schlechtem Wetter draußen ist der Filmgenuss von der Couch aus natürlich nochmal so schön. Hausaufgaben gibt es ja morgen wieder, keine Frage.
Während Lena also mit Keksen, Chips und Teekanne die Sofaecke einrichtet und die DVD startet, macht ihr das schlechte Gewissen zu schaffen: “Was wenn ausgerechnet sie morgen an die Tafel gerufen wird, um das Kapitel zusammenzufassen? Oder der Lehrer ihr die Frage nach dem retardierenden Moment oder Motiven oder oder oder stellt?“ Sie wäre sicher nicht die Einzige, denkt sich Lena, die die Hausaufgabe nicht gemacht hat... aber mit der mündlichen Mitarbeitsnote könnte sie sich reinreißen, in diesem Schulhalbjahr. Oder sie macht morgen die Hausaufgabe und meldet sich freiwillig zur Vorstellung? Oder sie genießt einfach mal einen ruhigen Nachmittag... und hofft morgen nicht aufgerufen zu werden. “Manchmal muss man ja auch Glück haben”, sagt sich Lena.

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Zivile Konfliktbearbeitung
a) Lena ruft ihre Freudinnen im Café an und läd sie zu sich ein, um die Hausaufgabe gemeinsam vorzubereiten und anschließend gemeinsam (?) den Film zu gucken → Belohnung aufgeschoben, aber Arbeit erträglicher gemacht & geteilt.
b) Lena geht ins Café und erledigt die Hausaufgabe gemeinsam und verschiebt den Film auf den Abend→ Belohnung aufgeschoben, aber Arbeit erträglicher gemacht & geteilt.
- c) Lena gönnt sich eine Pause und schaut den Film, setzt sich aber hinterher an die Hausaufgabe.
- d) Lena schaut die komplette DVD und die Extras, steht früh auf und macht die Hausaufgabe am Morgen vor der Deutschstunde.
e) Lena schaut den Film, hat ein schlechtes Gewissen, geht kurz online, sucht sich die Kurzbeschreibung zum nächsten Kapitel raus und geht so nicht komplett unvorbereitet in die Deutschstunde...
Diskussion:
Es muss nicht immer die Schule sein: Wie kann man die lästigen Erledigungen des Alltags angenehmer hinter sich bringen, ohne vom schlechten Gewissen geplagt zu werden, weil man sie vor sich her schiebt; oder sich schlecht fühlt, weil man nie die verdiente Freizeit hat...?





