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UN-Dekade

Verteilungskonflikt zwischen Arm und Reich in Deutschland

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Akteure

Staat
Parteien
Gesellschaften
Arbeitgeberverbände

Beginn

1949

Es gibt viel Armut auf der Welt, auch in Deutschland. Armut hat aber verschiedene Gesichter und die Armut in Afrika ist eine andere als die in Deutschland.

Man unterscheidet daher zwei Konzepte von Armut: Absolute Armut und relative Armut.

Absolute Armut findet man z.B. in Afrika. Menschen müssen täglich um ihr Überleben kämpfen.

Relative Armut bedeutet dagegen, dass ein Mensch nicht angemessen am Reichtum der Gesellschaft teilnehmen kann. Diese Armut gibt es in jeder Gesellschaft, also auch in Deutschland. Als Grenze für relative Armut gelten 60% des Durch-schnittseinkommens, das sind in Deutschland 781 Euro. In Ländern in Afrika dagegen wäre man mit einem solchen Einkommen schon reich. Diese Grenze wurde 2005 von 13% der Bevölkerung, das sind über zehn Millionen Menschen, in Deutschland unterschritten. 20.000 Menschen leben sogar ohne jedes Dach über dem Kopf auf der Straße.

 

Für Reichtum wird ebenfalls eine willkürliche Grenze herangezogen. Wer über 200% des Durchschnittseinkommens verdient, das sind 3.268 Euro, gilt als reich. Im Jahr 2003 wurde diese Grenze von 6,4% der Bevölkerung, das sind über fünf Millionen Menschen, in Deutschland überschritten.

Die ungleiche Verteilung von Reichtum und Vermögen birgt für eine Gesellschaft ein Konfliktpotential. Zwar kommt es in Deutschland nicht zu offenen Konflikten und die Unzufriedenheit entlädt sich nicht in lauten Protesten auf der Straße, aber der Unmut ist nicht ohne Folgen. Wenn als stiller Protest die Politikverdrossenheit um sich greift, kann am Ende eines langen Zeitraums dennoch das politische System in Frage gestellt sein, weil die Bürger keinen Sinn mehr in der Beteiligung am politischen Geschehen in ihrer Gemeinschaft sehen.

 

Dieser Text ist zu den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz »Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 Deutschland« freigegeben.

 

Zivile Konfliktbearbeitung

Bedingungsloses Grundeinkommen

Man unterscheidet bei der Verteilung von Wohlstand zwischen zwei Arten der Gerechtigkeit:
1. Ist das System der Verteilung gerecht? Wird der Wohlstand nach einer Methode verteilt, die für die Betroffenen Sinn ergibt?
2. Ist der Wohlstand unter allen Menschen gleich verteilt? Wenn meine Anstrengungen die ich investiere höher sind, bekomme ich allerdings auch mehr Anteile des Wohlstands. Wenn ich z.B. 1 Stunde arbeite, kriege ich eine Geldeinheit. Jemand anderes arbeitet 8 Stunden und kriegt 8 Geldeinheiten. Der Wohlstand wird also direkt nach erbrachter Leistung aufgeteilt.

Die Verteilung in Deutschland erfolgt nach keinem der beiden Prinzipien, was Vor- und Nachteile hat. Auf der einen Seite bekommen auch Menschen, die nicht in Erwerbsarbeit (also bezahlter Arbeit) sind, Geld. Das ist das Arbeitslosengeld. Auf der anderen Seite gibt es Reproduktionsarbeit (z.B. den Haushalt führen, Kinder aufziehen, putzen, etc.) und Ehrenarbeit, die nicht bezahlt wird. Es gibt aber noch weitere Unterschiede, bei denen für gleiche Arbeit unterschiedlich entlohnt wird: Frau – Mann, West – Ost, etc.

Wenn die Situation weltweit betrachtet wird, so werden die Unterschiede noch deutlicher. Was verdient bspw. ein Klinikarzt in Norwegen im Vergleich zu einem Klinikarzt in Uruguay?

Es gibt viele Konzepte, um diese Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen. Der Neoliberalismus zum Beispiel glaubt, durch weniger Regeln würde die Wirtschaft selbst ein gerechtes System schaffen. Global gesehen gibt es jedoch wenig Einschränkungen für Unternehmen, und am Beispiel Öl könnt ihr exemplarisch sehen wozu dies führt: Wenige Öl-Unternehmer werden sehr reich, während viele Ölstaaten-Einwohner zum Teil Hunger leiden müssen.

Auch die Idee, dass jeder Mensch gleich viel verdienen soll, haben einige sozialistische Staaten ausprobiert. Dies führt allerdings auch zu Problemen: Es gibt Menschen, die nicht regelmäßig arbeiten wollen oder Menschen, die mehr arbeiten wollen um bspw. auf etwas Großes zu sparen. Außerdem kann dieses System nur weltweit funktionieren, denn solange es kapitalistische Staaten gibt, gibt es Reiche. Dieser übertriebene Wohlstand führt zu Neid.

Eine aktuell immer häufiger diskutierte Lösung wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Dabei bekommt jeder Mensch einen Betrag, der ein normales Leben sichert. Arbeit heißt dann nur noch dazuverdienen und es wäre nie jemand von akuter Armut bedroht. Die Finanzierung ist über eine Änderung des Steuersystems gesichert.

Was haltet ihr von diesem Konzept? Was sind die Vor- und Nachteile? Würden Menschen noch zur Arbeit gehen?

 

Mehr Informationen findet ihr in den Links.