Startseite

Anmeldung

Über soziale NetzwerkeOder einfach so:
Neues Passwort anfordern
Noch nicht Mitglied?

Netzwerk

UN-Dekade

Walfangverbot

Sorry, you need to install flash to see this content.

Akteure

Japan Norwegen Island Südkorea indigene Völker Internationale Walfangkommission

Beginn

1986

Schon in der Altsteinzeit wurde von Menschen gejagt - „Jäger und Sammler“ ist die gängige Bezeichnung für die Menschen dieser Zeit. Die Jagd diente hauptsächlich zur Nahrungsversorgung und lieferte neben Fleisch wertvolle tierische Nebenprodukte wie Knochen für Werkzeuge oder auch Flöten und Kunstwerke und Felle als Bekleidung, für Schuhe, für Decken, Behausungen (Zelte) und Tragetaschen, sowie Sehnen zum Nähen und für Bögen. Auch der Wal gehört zu den Tieren, die schon vor über 7000 Jahren gejagt wurden, dies belegen Felszeichnungen und Knochenfunde im Süden der koreanischen Halbinsel Bangu-Dae (in der Nähe von Ulsan).

Wie bei den anderen gejagten Tieren wurde auch der Wal zur Nahrungsversorgung und für wertvolle Nebenprodukte gejagt. Der Tran des Wals war ein wichtiger Grundstoff für künstliche Beleuchtung. Daneben wurden aus ihm Seifen, Salben, Suppen, Farben, Gelatine oder Speisefette (z. B. Margarine) sowie Schuh- und Lederpflegemittel produziert. Walöl war ursprünglich nötig, um Nitroglycerin herzustellen. Noch nach dem Ersten Weltkrieg meinte die britische Armeeführung: „Ohne das Walöl wäre die Regierung nicht in der Lage gewesen, sowohl die Ernährungsschlacht als auch die Munitionsschlacht zu schlagen.“

 

Wurden Wale anfangs noch mit kräftigen kleinen Ruderbooten mit sechs bis acht Mann Besatzung gejagt, wurde der Walfang im Laufe der Industrialisierung immer technischer. Die Entwicklung des Dampfschiffes und der Harpunenkanone ermöglichte es, immer mehr Wale zu erlegen. In den Jahren 1930-31 wurden 30.000 Blauwale getötet, diese Zahl übersteigt die heute weltweite Blauwalpopulation. Nun erkannte man, das eine Begrenzung des Walfangs nötig war und beschloss ein Walfangabkommen, an das sich allerdings Länder wie Norwegen und Großbritannien nicht hielten.

Der Walfang in japanischen Gewässern erreichte in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Höhepunkt, als das Fleisch zur Versorgung der Not leidenden Bevölkerung gebraucht wurde; sonderlich angesehen war es allerdings nicht. Für die Jagd bis an den Rand der Ausrottung sind allerdings vorrangig einige europäische Nationen verantwortlich, deren Walfangstationen in der Antarktis bis in die 1960er-Jahre betrieben wurden, allerdings nahezu ausschließlich zum Zweck der Rohstoffgewinnung für die Industrie.

Durch die Modernisierung des Walfangs mit Jagdschiffen und Verarbeitungsschiffen, die nun zu Walfangflotten ausgebaut wurden, stieg auch die Anzahl an erlegten Walen. Zwischen 1842 und 1846 kehrten die Walfänger mit dem Öl von rund 20.000 Pottwalen in ihren Laderäumen heim. Von 1960 bis 1964 fielen den zumeist japanischen und sowjetischen Walfangflotten nicht weniger als 127.000 Pottwale zum Opfer. Im gesamten 20. Jahrhundert wurden zirka drei Millionen Wale erlegt.

 

Die immer geringer werdende Population der Wale zwang die Weltgemeinschaft, Schritte einzuleiten, um die bedrohte Walarten vor dem Aussterben zu schützen. Der Walfang wird seit 1948 durch das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs geregelt. Es werden unter anderem Fangquoten festgesetzt. Die Anpassungen der Quoten und Definition von Schutzzonen erfolgen durch die 1946 gegründete Internationale Walfangkommission (IWC). Zuletzt wurden 1986 als so genanntes Moratorium die Quoten für kommerziellen Walfang für alle Walarten und Jagdgebiete auf Null gesetzt. Das Moratorium sollte zunächst bis 1990 gelten, wurde aber verlängert und gilt noch heute.

Das Moratorium bedeutet kein generelles Verbot des Walfangs.

 

Es gibt bis heute drei Arten von Walfang auf Grundlage des Walfangabkommens:

 

  • a) Walfang durch indigene Völker zum örtlichen Verbrauch.

  • b) Staaten, die auf der Basis von Sondergenehmigungen Wale zu wissenschaftlichen Zwecken jagen.

  • c) Staaten, die Einspruch erhoben haben gegen das Moratorium, und weiter kommerziellen Walfang betreiben, sind Japan und Norwegen.

 

Der weltweite Walbestand hat sich von der exzessiven Jagd bis heute noch nicht erholt. Zwar sind einige Populationen nicht mehr vom Aussterben bedroht, jedoch würde kommerzieller Walfang sie wieder an den Rande der Ausrottung bringen.

 

Dieser Text ist zu den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz »Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 Deutschland« freigegeben.

 

Zivile Konfliktbearbeitung

Bindendes Recht des Walfang-Moratoriums für alle Länder, kein wissenschaftlicher Walfang, Recht auf Walfang für indigene Völker

Wie jedes andere bedrohte Lebewesen auf dieser Welt muss der Wal vor dem Aussterben bewahrt werden. Daher müssen sich alle Länder an das Walfangverbot halten und dem Moratorium beitreten. Dies gilt vor allem für Norwegen und Japan, die weiterhin kommerziell Walfang betreiben. Die Wirtschaftszweige, die heute noch mit Walfang Geld verdienen, müssen sich umorientieren. In vielen Ländern, in denen Walfang betrieben wurde, blüht heute das Geschäft mit Whalewatching. Norwegische und japanische Walfänger können ihr Wissen über Wale für Touristen nutzen und so nachhaltiger wirtschaften und Wale schützen, anstatt zu jagen.

 

Der pseudowissenschaftliche Walfang, der von Norwegen und vor allem von Japan betrieben wird, muss sofort eingestellt werden. Japan umgeht den seit 1986 bestehenden Walfangstopp durch die Behauptung, dass Wale zur Beantwortung kritischer Management-Fragen getötet werden müssten. Japan fängt Wale in der Antarktis und im Nordpazifik. Doch die Wissenschaft, die von Japans Institut für Walforschung durchgeführt wird, wird zunehmend als schlechte Qualität entlarvt, sie ist irreführend oder schlichtweg falsch. Das japanische Institut für Walforschung wurde im Jahr 1987 gegründet, genau zu der Zeit, als das IWC Moratorium die japanischen Antarktis Walfangprogramme zu beenden drohte. Zudem weitet Japan dieses Programm seit einigen Jahren immer weiter aus. Seit dem Jahr 2002 werden auch Seiwale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken bejagt. Der Seiwal ist auf der weltweit anerkannten Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft. Heute sollen uns neue Untersuchungen des japanischen Instituts für Walforschung glauben machen, dass es zu viele Seiwale im Nordpazifik gäbe. Dies sei besorgniserregend, weil der Mensch mit dem Wal um die Nahrung Fisch konkurriere. Die letzte anerkannte Populationsschätzung hat jedoch gezeigt, dass es einen starken Rückgang der Seiwale gegeben hat – so dass der Wissenschaftsausschuss der IWC empfahl, den Seiwal unter Schutz zu stellen.

 

Das Recht auf Walfang sollte ausschließlich indigenen Völkern zugesprochen werden, in deren Tradition und Kultur Walfang eine gewichtige Rolle spielt. Diese Völker nutzen Walfang zur Selbstversorgung und um benötigte Rohstoffe zu gewinnen. Die Zahl der gejagten Wale durch indigene Völker ist sehr gering und die Walpopulation wird meistens nicht gefährdet. Die Ausnahme bildet hier der Grönlandwal, dessen Bestand auf ca. 8000 Tiere geschätzt wird. Sollte sich der Bestand auf ein gesundes Niveau erholen, dürften auch indigene Völker diesen zu Selbstversorgungszwecken wieder jagen.

Initiativen zur ZKB

Mehr zur Historie des Konflikts: