„Organisiert die Welt!“ - Der Friedensnobelpreisträger Alfred Hermann Fried (1864-1921): Leben, Werk und bleibende Impulse
Symposium des International Peace Bureau (IPB) in Potsdam
Gemeinsam mit dem niederländischen Rechtsgelehrten Tobias M.C. Asser (Mitglied des Haager Schiedshofs) hat Alfred Hermann Fried 1911 den Friedensnobelpreis erhalten. Zeit seines Lebens hat er sich im Wortsinne unermüdlich für den Aufbau einer internationalen Rechtsordnung als Voraussetzung einer friedlichen Welt eingesetzt. Fried vereinbarte eine tief humane Grundeinstellung mit nüchterner wissenschaftlicher Analyse; er war in Friedensorganisationen aktiv (1892 gründete er mit Bertha von Suttner die Deutsche Friedensgesellschaft) und förderte die pazifistische Sache als Publizist durch zahlreiche tagesaktuelle Veröffentlichungen wie auch Grundlagenpublikationen.
Die Monatsschrift „Die Friedenswarte―, die er seit 1899 herausgab, war ein wichtiges theoretisches Organ nicht nur der deutschsprachigen Friedensbewegung. Materiell (bis auf wenige Jahre nach Erhalt des Nobelpreisgelds) in prekären Verhältnissen lebend, hat Alfred Hermann Fried dem Pazifismus wichtige Impulse verliehen: er war Pionier eines frühen Friedensjournalismus und hat eine erste Friedensenzyklopädie (Anfänge von Friedensforschung) sowie ein Esperantolehrbuch verfasst. Die von ihm entwickelte Theorie des organisatorischen bzw. ursächlichen Pazifismus, mit der Fried den Pazifismus auf eine wissenschaftliche Grundlage stellen wollte, befruchtete die Entwicklung der Völkerrechtswissenschaft. Sein im Schweizer Exil entstandenes Kriegstagebuch beleuchtet den 1. Weltkrieg aus einer politisch-pazifistischen wie humanen Perspektive.
Die Tagung will den heute weitgehend unbekannten Menschen und Pazifisten Alfred Hermann Fried, der 1921 verarmt in Wien starb, in Erinnerung rufen. Dabei geht es nicht nur um eine Nachzeichnung von Frieds Leben und Werk, sondern auch darum herauszuarbeiten, welche Erkenntnisse und Fragestellungen aus Frieds Wirken noch heute relevant sind. Die Tagung richtet sich an Friedenshistoriker, Aktive in Friedensbewegungen und an alle, die am Aufbau einer friedlichen Welt interessiert sind.
Termin: 28.10.2011 (14:30) - 29.10.2011 (14:00)VeranstaltungsortRathaus PotsdamStraße: Friedrich-Ebert-Str. 79/81Ort: 14469 PotsdamReferenten: Petra Schönemann-Behrens, Christoph Jahr, Sandi E. Cooper, Peter van den Dungen, Walter Göhring, Andreas Landl, Dieter Senghaas, Dieter Riesenberger, Laurie Cohen, Klaus SchlichtmannVeranstalter: International Peace Bureau (IPB) in Zusammenarbeit mit Arbeitskreis Historische Friedensforschung (AKHF), Bertha von Suttner Stiftung der Deutschen Friedensgesellschaft— Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)Anmeldekontakt: kongress@ialana.de, oder per Fax an +49 30 206 54 858, Stichwort: „Fried"Kosten: EUR 20,-/ ermäßigt 5,-




