Afghanistan: Der Krieg, der Abzug, unsere Verantwortung
"Es dürfen nicht noch mehr Menschen geopfert werden in der Annahme, militärisches Durchhalten könne das Land mit der Zeit soweit stabilisieren, dass die alliierten Truppen dann abgezogen werden können...Wer den Einsatz in Afghanistan Krieg nennt, muss auch den Mut haben, diesen Krieg umgehend zu beenden. Afghanistan braucht Frieden." (Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, im Januar 2011).
Am 7. Oktober 2011 jährt sich zum zehnten Mal die Entsendung deutscher Soldaten an den Hindukusch. Jahr für Jahr gab es im Bundestag solide Mehrheiten für eine Verlängerung des Einsatzes, obwohl die Bevölkerung seit langem mehrheitlich an seinem Sinn und Erfolg zweifelt. Die Diskrepanz zwischen Volkes Stimme und politischen Entscheidungen ist für die Politik leicht erträglich, zu wenige Menschen gehen gegen diesen Krieg auf die Straße. Woran mag es liegen, dass dieser Krieg dermaßen „geduldet“ erscheint?
Ist es, weil viele, die den sofortigen Waffenstillstand und den Abzug der Truppen aus Afghanistan fordern, dennoch verunsichert sind, was dann kommen kann? Haben sie Bedenken, aus ihrer sicheren Position heraus unverantwortliche Forderungen aufzustellen: Was wird mit den Menschen dort passieren, was mit den Menschenrechten von Frauen und Mädchen?
Eine positive Zukunft für Afghanistan zu denken, bedeutet nicht nur sich auszumalen, was aus diesem von Jahrzehnten des Krieges zerrissenem Land werden kann oder soll. Sich ein Bild vom Frieden anzueignen, heißt zugleich auch, sich der eigenen Verantwortung zu stellen.
Aus dieser Verantwortung heraus sucht diese Tagung den Dialog zwischen VertreterInnen der afghanischen und der deutschen Zivilgesellschaft und Politik. Gemeinsam wollen die Veranstalter und Teilnehmer herausfinden, welche Perspektiven es für das Land aus afghanischer Sicht gibt, wie Bedürfnisse, Rechte und Meinungen der afghanischen Zivilgesellschaft von den Betroffenen politisch relevant gemacht werden können und welche Fragen und Aufträge sich für uns in Deutschland ergeben.
Hierzu sind Sie herzlich nach Bad Boll eingeladen.
Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch mit Simultan-Übersetzung im Plenum.
Anmeldefrist: Mittwoch, 01. Juni 2011 Anmeldekontakt: Reinhard Becker,E-Mail: reinhard.becker@ev-akademie-boll.deTelefon: 07164 - 79-217 Ein detailliertes Tagungsprogramm sowie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung findet sich hier.




