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UN-Dekade

Berliner Afrikakreis: Die Afrikanische Union und die aktuellen Konflikte in Afrika

Datum: 
Montag, 6 Juni, 2011 - 19:00 - 21:00

Im Rahmen ihrer entstehenden Friedens- und Sicherheitsarchitektur und auf Basis eines erweiterten Sicherheitsbegriffs hat die Afrikanische Union (AU) ein Interventionsgebot formuliert, welches ihr erlaubt, bei Kriegsverbrechen, Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie „ernsthafter Bedrohung der legitimen Ordnung“ in einem Mitgliedsstaat zu intervenieren (“from non-intervention to non-indifference”). Die AU sieht sich für das Wohlergehen der afrikanischen Menschen („from regime to human security“) sowie für die Förderung von demokratischen Verfahren, guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten verantwortlich.Trotz zahlreicher Erfolge bei der Transformation autoritärer Regime in Afrika seit Beginn der 1990er Jahre ist der Kontinent seit einigen Jahren mit erheblichen Rückschritten bei der Etablierung von Demokratien konfrontiert. In den letzten Jahren kam es wieder vermehrt zu Staatsstreichen, zu gewaltsamen Ausschreitungen vor und nach Wahlen sowie zu ernsten Verfassungskrisen. Die AU muss also zunehmend nicht nur in Bürgerkriegen und zurVermittlung von Machtteilungsabkommen intervenieren.

Die Veranstaltung will aufarbeiten, wie sich die Afrikanische Union, besonders der Peace and Security Council, in die Mediation der jüngsten Krisen und Konflikte Afrikas (u.a. Revolutionen im Maghreb, Machtkampf in der Cote d’Ivoire) eingebracht hat und worin die besonderen Schwierigkeiten und Herausforderungen liegen. So wird auch diskutiert werden, wer gegenwärtig die wichtigen Akteure auf dem Kontinent sind, welche Interessen verfolgt werden und was dies für die Handlungsfähigkeit der AU gegenüber politischen Krisen sowie für die weitere Entwicklung der Friedens- und Sicherheitsarchitektur bedeutet.

Die Veranstaltung findet diesmal statt in Zusammenarbeit mit dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER), gefördert aus Mitteln des BMZ.

Referent: Prof. Ulf Engel (Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig; Berater des AU Department of Peace and Security)

Diskutanten: Botschafter a.D. Harro Adt (ehem. Sonderbotschafter der Präsidentschaft des Europäischen Rates für die Mano River Region) and Kirsten Maas-Albert (Leiterin des Referats Afrika der Heinrich Böll Stiftung)

Moderation: Andreas Baumert (INISA)