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UN-Dekade

Erinnerung – Verantwortung – Zukunft 1941 – 2011: 70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Datum: 
Freitag, 1 Juli, 2011 - 15:30 - Sonntag, 3 Juli, 2011 - 14:00

In Deutschland dauerte es gut 50 Jahre, bis die Legende von der „sauberen Wehrmacht“ im Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion einem realistischen Bild weichen konnte. Der vorherrschende Blick auf die Opfer erweiterte sich nur mühsam um die Täterperspektive. In Russland ist bis heute das offizielle Gedenken verbunden mit einem heroisierenden Bild des „Großen Vaterländischen Krieges“, das letztendlich auch die Erfahrungen des Stalinismus überdauern konnte. Tabuisierungen und Ressentiments haben bis heute unterschiedliche Erinnerungskulturen geprägt, die zum 70. Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion erneut kritisch zu hinterfragen sind. Nicht zuletzt die Kirchen ergriffen in den 1980er Jahren, in der Hochphase der Abschreckungspolitik im Kalten Krieg, die Initiative und arbeiteten auf einen Verständigungsprozess mit den Völkern der Sowjetunion hin. Erst die Übernahme von Schuld machte den Weg frei zur Umkehr. Zahlreiche Projekte zur Aussöhnung wurden gestartet, die die „Brücken der Verständigung“ zunehmend zu lebendigen Bausteinen werden ließen: „Aber man kann es einfach tun…“ – dieser Gründungsaufruf der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) wurde auch für die Hinwendung nach Osteuropa für viele Freiwillige zur Grundlage ihrer Motivation. Die Tagung fragt zuerst nach den „Erinnerungen“, und damit nach den kollektiven und individuellen Überlieferungen des „historischen Ereignisses“. Wie nehmen wir die unterschiedlichen Erinnerungskulturen wahr und was erwarten wir gegenseitig voneinander? Welche Rolle spielt dabei die offizielle Politik, welche die Zivilgesellschaften? Und schließlich wird es darum gehen zu fragen, welche Herausforderungen an die zukünftigen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland in Bezug auf ein gemeinsames Europa zu richten sind.

Mit:

Dr. Elisabeth Raiser, Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), Berlin und Uwe Trittmann, Studienleiter, Ev. Akademie Villigst

Anmeldung und Information:

Ulrike Pietsch
Iserlohner Str. 25
58239 SchwerteTel: 02304 755-325
Fax: 02304 755-369
u.pietsch@kircheundgesellschaft.de