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UN-Dekade

Wie schafft man Frieden?

Datum: 
Freitag, 27 Mai, 2011 - 16:00 - 19:00

Die Soldaten gehen – wer baut Afghanistan auf? Vortrag und Diskussion in Mainz

Was als »Operation andauernde Freiheit« (»Operation Enduring Freedom«) begann, ist zu einem mittlerweile fast zehn Jahre andauernden Krieg geworden. Ab Juli 2011 sollen nun in mehreren Regionen Afghanistans einheimische Sicherheitskräfte die Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig sind Nachrichten über Selbstmordanschläge weiter an der Tagesordnung, zunehmend verübt von Afghanen in Uniform, die offenbar von den Taliban gesteuert werden. Sollten die Truppen also doch länger bleiben, womöglich sogar verstärkt werden? Oder sollten sie sofort abgezogen werden? Diskutiert wird auch das Konzept der sogenannten integrierten Sicherheit, also die (zwangsweise) Kooperation ziviler Aufbauhelferinnen und -helfer mit der Bundeswehr.

Termine für den Truppenabzug geistern schon länger durch den politischen Orbit. Die Bundesregierung spricht von Ende 2011, »so es die Umstände zulassen«. Die US-Truppen wollen spätestens 2014 das Land verlassen haben. Umso drängender stellen sich die Fragen: Wie geht es danach weiter – nicht bei uns, nicht in den USA, sondern in Afghanistan? Dass die Entscheidung darüber nur in Afghanistan fallen kann und nur durch die Afghaninnen und Afghanen selbst, liegt auf der Hand. Wer macht dann den Frieden? Wer muss mit wem reden? »Gemäßigte« Taliban mit Menschenrechtsaktivisten/-innen, Stammesführer mit Kriegsherren, Gouverneure und Zentralregierung mit allen? Welche Rolle spielt die Armee (ANA), welche die Polizei? Hat in diesem Prozess das Konzept der Zivilen (Nach-)Konfliktbearbeitung einen Platz?

Mit unseren Gästen diskutieren wir, welche Verantwortung und Verpflichtung nichtmilitärischer Art Deutschland in dieser wichtigen Phase der Entwicklung Afghanistans übernehmen sollte, nachdem es erheblich in die militärische Niederwerfung von al-Qaida und Taliban investiert hat.

Drei Expertinnen und Experten werden uns informieren und mit uns diskutieren:

Karin Kortmann, parlamentarische Staatssekretärin a. D. im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Thema: Politische Probleme und Perspektiven eines Friedensprozesses in Afghanistan

Otmar Steinbicker, Aachener Friedensforum, in Vertretung von Naqibullah Shorish, afghanischer Stammesfürst und leitendes Mitglied der Nationalen Friedens-Jirga. Thema: Der afghanische Friedens- und Aufbauprozess ab der Stunde null – wo stehen wir heute und in drei Jahren?

Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Leiter der Akademie für Konfl ikttransformation im Forum Ziviler Friedensdienst e. V. Thema: Konzeptionelle und materielle Potenziale und Grenzen des Einsatzes von Friedensfachkräften in Afghanistan.